Nachlese ÖHV-profit.day 11. Mai 2016

Dass das Thema Preisdurchsetzung unter den Nägeln brennt konnte man an der großen Teilnehmerzahl beim ersten ÖHV-profit.day des heurigen Jahres zum Thema „Preise für Gewinner, Erfolgreich mit der richtigen Preis-Strategie“ am 11. Mai im Almdorf Seinerzeit erkennen.

Durch den Nachmittag moderierte Heidi Schaller, Landesvorsitzende Kärnten, die gleich zu Beginn Christoph Brandstätter vom Romantik Seehotel Jägerwirt auf der Turrach als neuen Landesvorsitzenden für die Steiermark und ihr Team in Kärnten vorstellte.
 
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v.l.n.r. Christoph Brandstätter, Heidi Schaller und die Kärntner Regionenbeiräte Martin Klein (Hotel Hochschober), Hubert Koller (Kollers Hotel) und Thomas Jilly (Seehotel Dr. Jilly).

ÖHV-Präsidentin Michaela Reitterer erklärte, über welche Initiativen die ÖHV zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit der Branche beitragen will. Hinsichtlich Ratenparität konnte der Druck Richtung gesetzliche Lösung maßgeblich erhöht werden, gleichzeitig wird als Alternative eine Klage gegen Booking vor dem Kartellgericht vorbereitet.

Wichtig ist, dass es den Betrieben gelingt, entgegen dem aktuellen Trend wieder mehr Direktbuchungen zu lukrieren – der ÖHV-Hotelguide 2016/17 steht daher ganz im Zeichen der europaweiten Kampagne „Direkt buchen“, die bitte im ureigensten Interesse von möglichst vielen Betrieben mitgetragen werden soll.

Um in der Welt des Online Vertriebs wieder an Terrain zu gewinnen, braucht es Top-Mitarbeiter. Mit dem neuen Lehrberuf Hotelkaufmann/frau haben Betriebe seit letztem Jahr die Möglichkeit, genau diese Spezialisten für Online Vertrieb, Social Media und Preisgestaltung selbst auszubilden – auch hier rief Michaela Reitterer die Betriebe auf, das Heft selbst in die Hand zu nehmen, weil dieses Job-Profil sonst niemand adäquat ausbildet. Mit dem Lehrgang Online Marketing & Revenue/Yield Management (kurz LORY) bietet die ÖHV in 2x4 Tagen eine maßgeschneiderte Ausbildung mit der Hoteliers ihre Ergebnisse deutlich und nachhaltig verbessern können.
 
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„Mach Karriere im Hotel“ heißt die Kampagne mit der die ÖHV das Image der Hotellerie als Arbeitgeber verbessern will. Zentrale Botschaft ist, dass die österreichische Hotellerie attraktive und sichere Jobs mit Zukunft bietet. Alljährlicher Höhepunkt ist der Tag der offenen Hoteltür – heuer erstmals am
09. Oktober 2015.
 
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Martin Schobert hat internationale Trends im Pricing erhoben und ermutigte alle Zuhörer, kreativ zu sein, Erlebnisse und Emotionen statt Zimmer zu verkaufen, mit alleinstellenden Erlebnissen der Standardisierung entgegen zu wirken und Möglichkeiten für up- und cross-selling auszuloten.
Der Preis wird zur Marketingaktion wenn er sich z.B. mit Temperatur oder Schneehöhe ändert und bringt so eventuell Gäste zu Saisonrandzeiten. Oder ein spezielles Package für ältere Gäste wird promoted indem das Alter vom Package-Preis abgezogen wird.

Sind Gäste bereit einen höheren Preis zu zahlen, wenn ein Teil davon gespendet wird und wäre es eine Möglichkeit, den Gast selbst bieten zu lassen wieviel er für ein Upgrade in die Suite mit Panoramablick zahlen würde? Sind pfiffig gemachte Plattformen interessant, über die Hochzeitsgäste jeweils einen Teil der Hochzeitsreise bezahlt und können so Mehrleistungen verkauft werden? Zahlen Gäste für ein Bett im Wald, einen Tag als Bauer oder dafür, dass das Hotel sie mit WLAN innerhalb der gesamten Destination ausstattet? Und helfen solche Angebote, sich zu positionieren und den Gast emotional anzusprechen?
 
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Wie man eine Preis-Strategie entwickelt, die für den Gast nachvollziehbar und fair ist aber das wirtschaftliche Ergebnis deutlich verbessert erläuterte im Anschluss Gabriele Schulze.
 
Gäste unterscheiden sich hinsichtlich Buchungsverhalten, Preisbereitschaft, erforderlicher Flexibilität usw. was in unterschiedlichen Optionen abgebildet werden kann wobei jede Nachfragezeit einen „Normalpreis“ hat und ein Preisnachlass immer an Restriktionen gekoppelt sein muss (z.B. nicht stornierbar, im Voraus zu bezahlen, Frühbucher etc.).

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Als goldene Regel gilt, dass kein Vertriebspartner bessere Konditionen haben darf als der eigene Direktvertrieb (z.B. Booking.genius) und dass unqualifizierte Rabatte seitens der Vertriebspartner ein absolutes No-Go sind.

Auch Gabriele Schulze forderte kreative Ansätze statt „Standard“-Zimmer zu „Standard“-Raten.

Christine und Wolfgang Knapp führten interessierte Teilnehmer im Anschluss durch das Almdorf Seinerzeit, das erst Ende 2015 die Bettenkapazität quasi verdoppelt hat. Vielen herzlichen Dank!

Bilder zur Veranstaltung finden Sie hier.


Wir danken auch allen Teilnehmern am profit.day sowie unseren Referenten und Partnern:

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Kontakt

Mag. Maria Wottawa

Leitung Mitgliederservice