Leitlinie 3: Beschäftigungsfreundlichkeit

Senkung der Arbeitskosten für niedrige Einkommen

Österreich hat im europäischen Vergleich eine viel zu hohe Belastung des Faktors Arbeit. Während im EU-13-Schnitt rund 20 % des BIP auf Steuern und Abgaben auf Arbeit entfallen, sind es in Österreich 26 %. Das belastet Unternehmen, führt dazu, dass die Reallöhne von Unselbständigen seit Jahren nicht mehr steigen. Die hohen Arbeitskosten dürften außerdem ein nicht vernachlässigbarer Faktor der steigenden Arbeitslosigkeit sein. Zudem würde eine Senkung der Arbeitskosten die Nachfrage stärken, die Beschäftigung steigern und Österreichs Attraktivität als Wirtschaftsstandort deutlich verbessern.

Steuersenkungen weisen einen geringeren Selbstfinanzierungsgrad (Multiplikatoreffekt) auf als Staatsausgaben. Allerdings ist bei einer Senkung von Steuern und Abgaben auf Arbeit für das unterste Einkommensdrittel der Selbstfinanzierungsgrad laut WIFO immerhin bei 25 bis 30 % (da diese Gruppe eine hohe Konsumneigung hat, die stark inlandswirksam ist). Hinzu kommt, dass die Arbeitslosigkeit gerade für diese Gruppe besonders hoch ist und es hier daher zu positiven Beschäftigungseffekten kommen sollte.

Wir schlagen daher eine Senkung der Arbeitskosten mit Lohnsteuersenkung in den unteren Einkommensklassen um insgesamt 13,1 Mrd. Euro vor (von derzeit insgesamt 86 Mrd. Euro).


Maßnahmenbündel:

• Lohnsteuersenkung: 8 Mrd. Euro
• Wohnbauförderung nicht aus Lohnnebenkosten: 915 Mio. Euro
• Lohnsummenabhängige Beiträge, Kommunalsteuer nicht aus Lohnnebenkosten: 3 Mrd. Euro
• Familienlastenausgleichfonds nicht aus Lohnnebenkosten: 2,5 Mrd. Euro
Mögliche Entlastung der Arbeit: 14,4 Mrd. Euro
Finanzierungsbeitrag Beschäftigungs- und Wirtschaftswachstum: 2,5 Mrd. Euro


Die Finanzierung von FLAF und Wohnbauförderung sowie die Kommunalsteuern in der jetzigen Form wirken sich negativ auf die Attraktivität von Arbeitsplätzen aus und sollte daher grundlegend geändert werden.

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