ÖHV zu AK-Kinderbetreuungsideen: Pflichtmitglieder mit flexiblen Arbeitszeiten nicht übersehen!

Die AK fordert via OTS den Ausbau der Kinderbetreuung in Westösterreich auf 45 Wochenstunden. Zu wenig für die AK-Pflichtmitglieder im Tourismus, meint ÖHV-Präsidentin Michaela Reitterer: Gerade im tourismusintensiven Westen bräuchte es ein Angebot, das der Realität auf dem Arbeitsmarkt entspricht.
 
Mehr als jeder zweite Kindergarten in Tirol sperrt vor 15 Uhr. „Junge Familien werden de facto dazu gezwungen, dass ein Elternteil maximal Teilzeit arbeitet. Und selbst da werden die Eltern in der Berufswahl noch stark eingeschränkt“, erklärt Michaela Reitterer, Präsidentin der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV). Die AK-Forderung nach 45 Stunden Kinderbetreuung pro Woche geht ihr nicht weit genug: „Das ist als erster Schritt in Ordnung. Aber wer wenn nicht die Arbeiterkammer sollte sich an der Realität ihrer Pflichtmitglieder orientieren: Im Vorjahr arbeiteten 36.336 Tirolerinnen und Tiroler im Tourismus, das sind 11,2 % der unselbständig Beschäftigten in Tirol.“
 

9 to 5 ist nicht genug

Die von der AK geforderten Öffnungszeiten würden aber noch viel mehr Erwerbstätige massiv einschränken. „Zu den Tourismusmitarbeitern kommen noch viele AK-Pflichtmitglieder in anderen Branchen, vom Verkehr über das Gesundheitswesen bis hin zum Sicherheitsbereich. Sie alle finanzieren mit ihren Steuern Kindergärten, die sie nur eingeschränkt nützen können“, so Reitterer, die auch auf die Kleinunternehmer verweist. Österreichweit ist das in die Jahre gekommene „9 to 5“-Modell bei der Kinderbetreuung für ein Drittel der Erwerbstätigen keine Option. Es wäre also höchste Zeit für eine Lösung, die Arbeitnehmern und Arbeitgebern aller Branchen hilft: eine Win-Win-Situation.

02.05.2017, Wien

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Martin Stanits

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