Arbeitsunfall

Als Arbeitsunfall gelten Unfälle, ...

  • ... die örtlich, zeitlich und ursächlich mit der Beschäftigung des Mitarbeiters bzw. mit der selbständigen Erwerbstätigkeit eines Unternehmers in Zusammenhang stehen.
  • ... die auf dem direkten Weg von zu Hause zur Arbeitsstätte und zurück passieren.
  • ... die auf dem Weg von zu Hause oder der Arbeitsstätte zum Arzt und danach wieder zurück passieren. (Voraussetzung: dem Dienstgeber muss der Arztbesuch vor Antritt des Weges bekanntgegeben werden oder der Beschäftigte muss sich der Untersuchung aufgrund gesetzlicher Vorschriften (meldepflichtige Krankheiten) oder aufgrund einer Anordnung der Gebietskrankenkasse unterziehen)
  • ... die sich beim Besuch beruflicher Schulungs- bzw. Fortbildungskurse ereignen (Voraussetzung: diese müssen das berufliche Fortkommen des Beschäftigten fördern; Ausgenommen sind Seminare, die die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit steigern oder die Vermittlung von Allgemeinwissen ohne direktem beruflichen Zusammenhang zum Inhalt haben - auch wenn sie während der Arbeitszeit besucht werden.)
  • ... die sich auf dem Weg vom Arbeitsplatz zum Mittagessen und zurück ereignen.
  • ... die auf dem direkten Weg zu einem Kindergarten/Kindertagesstätte/Schule/Unterbringung der Kinder in fremde Obhut und zurück in die Arbeit oder nach Hause passieren.
  • ... bei denen der Mitarbeiter Interessenvertretungen oder Berufsvereinigungen (z.B. AK oder ÖGB) in Anspruch nimmt.
  • ... die bei Betriebsausflügen und Betriebsfeiern, die vom Arbeitgeber veranstaltet und bezahlt werden, passieren.
 

Meldepflichten des Arbeitnehmers

Arbeitnehmer haben jeden Arbeitsunfall, jedes Ereignis, das beinahe zu einem Unfall geführt hätte, und jede von ihnen festgestellte ernste und unmittelbare Gefahr für Sicherheit oder Gesundheit unverzüglich den zuständigen Vorgesetzten oder den sonst dafür zuständigen Personen zu melden.
 

Unfallmeldung des Arbeitgebers 

Beim Unfallversicherungsträger (z.B. AUVA) ist ein Arbeitsunfall, durch den eine unfallversicherte Person getötet oder mehr als 3 Tage völlig oder teilweise arbeitsunfähig geworden ist, längstens binnen 5 Tagen zu melden. Für diese Meldung ist der von der Unfallversicherung aufgelegte Vordruck in dreifacher Ausfertigung heranzuziehen. Die Formulare betreffend die Schadensmeldung finden Sie hier.

Bei einem tödlichen oder schweren Arbeitsunfall (Arbeitsunfähigkeit von voraussichtlich mehr als 24 Tage) ist unverzüglich eine Meldung an das zuständige Arbeitsinspektorat zu machen, sofern nicht eine Meldung an die Polizei erfolgte.

Jeder Arbeitsunfall im des Betriebsrat zur Kenntnis zu bringen.
 

Aufzeichnungspflicht des Arbeitgebers 

Alle tödlichen Arbeitsunfälle, alle Arbeitsausfall eines Arbeitsnehmers von mehr als 3 Kalendertagen aufgrund eines Arbeitsunfalles und alle Ereignisse, die beinahe zu einem tödlichen, oder einem schweren Arbeitsunfall geführt hätten, und die ihm von einem Arbeitnehmer gemeldet worden sind, muss der Arbeitgeber aufzeichnen. Diese Aufzeichnungen sind mind. 5 Jahre aufzubewahren

Auf Verlangen des Arbeitsinspektorates, muss der Arbeitsgeber Berichte über bestimmte Arbeitsunfälle  erstellen und dem Arbeitsinspektorat übermitteln.
 

Evaluierung nach Arbeitsunfällen 

Arbeitgeber sind verpflichtet, die für die Sicherheit und Gesundheit der Arbeitnehmer bestehenden Gefahren zu ermitteln und zu beurteilen. 

Dabei sind neben anderen Aspekten insbesondere die Gestaltung und die Einrichtung der Arbeitsstätte, die Gestaltung der Arbeitsplätze, die Gestaltung der Arbeitsverfahren und Arbeitsvorgänge und deren Zusammenwirken und der Stand der Ausbildung und Unterweisung der Arbeitnehmer zu berücksichtigen: 

Die Ermittlung und Beurteilung der Gefahren ist erforderlichenfalls zu überprüfen und anzupassen, jedenfalls aber nach Unfällen, aber auch bei sonstigen Umständen oder Ereignissen, die auf eine Gefahr für Sicherheit oder Gesundheit der Arbeitnehmer schließen lassen.

Stand: Februar 2017

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Kontakt

Mag. Doris Schipfer

Mitgliederservice